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Coming Out

11. Oktober, Coming Out Day: Pressemitteilung von LOS und PINK CROSS

„Ich bin lesbisch“ „Ich bin schwul“ – Ein Satz und seine Folgen Diskriminierungsverbote hin, Aufklärung her: Noch immer ist es für viele Schwule oder Lesben schwer oder unmöglich, selbstverständlich zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen. Am Coming-out-Day vom Montag, 11. Oktober werden Lesben und Schwule ermuntert, trotzdem dazu zu stehen und die Gesellschaft ist aufgefordert, dies zu akzeptieren.

„Ich bin lesbisch“
„Ich bin schwul“ – Ein Satz und seine Folgen

Diskriminierungsverbote hin, Aufklärung her: Noch immer ist es für viele Schwule oder Lesben schwer oder unmöglich, selbstverständlich zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen. Am Coming-out-Day vom Montag, 11. Oktober werden Lesben und Schwule ermuntert, trotzdem dazu zu stehen und die Gesellschaft ist aufgefordert, dies zu akzeptieren.

Eine lesbische Polizeikommandantin, ein schwuler Nationalratspräsident, ein schwuler Regierungsrat, wen kümmert das schon (oder „who cares, wie Roger Schawinski sagen würde). Auch gibt es in etlichen Unternehmen Regelungen, welche eine Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung ausdrücklich untersagen. Die Akzeptanz von Lesben und Schwule in der Schweiz hat sich in den letzten Jahren offensichtlich verbessert.

Und trotzdem: Noch immer sehen sich offen lebende Schwule vielseitigen Diskriminierungen ausgesetzt. Vor allem für Jugendliche ist es schwierig und führt oft zu einem jahrelangen Leidensweg, wenn sie entdecken, dass sie homosexuell sind. Wie soll ein junger Mann seine Homosexualität positiv erleben, wenn er vom Kindergarten an „schwul“ nur als Schimpfwort kennt? Wie soll eine junge lesbische Frau an ihrem Arbeitsplatz zu ihrer Neigung stehen, wenn sie damit riskiert, gemobbt zu werden?

Besonders unter Diskriminierung leiden auch Jugendliche aus bestimmen Ausländer Gruppen. Viele haben schwerste Diskriminierungen und Ausgrenzung zu befürchten, wenn sie sich in ihren Familien zu ihrer Homosexualität bekennen. Aber auch konservativ oder fundamental religiös orientierte Gemeinschaften in der Schweiz zeigen oft eine aggressive Ablehnung Homosexuellen gegenüber. Oder ein letztes Beispiel: Kennen Sie ein schwulen Fussballspieler?

Mit dem Coming-out-Day sollen die versteckt lebenden Lesben und Schwule ermuntert werden, auch öffentlich zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen. Die Gesellschaft ist umgekehrt aufgefordert, Lesben und Schwule genauso zu akzeptieren, wie dies für Heterosexuelle selbstverständlich ist.

In rund einem Jahr finden Wahlen in den National- und Ständerat statt. LOS Lesbenorganisation und Pink Cross, der Dachverband der schwulen Männer in der Schweiz fordern darum die politischen Parteien auf, sich in ihren Programmen nicht nur für Themen wie die „Abschaffung der Milchkontingentierung“ oder „für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht“ zu engagieren, sondern auch für ein absolut gleichberechtigtes und diskriminierungsfreies Nebeneinander von allen sexuellen Ausrichtungen. Ein Gleichstellungsgesetz, welches die sexuelle Orientierung ausdrücklich einbezieht, wäre etwa ein Weg dazu. Damit der Sohn bei seinem Vater, bei seinem Arbeitgeber, bei seinen Kollegen, im Militär oder im Fussballclub sagen kann: „übrigens, ich bin schwul“ und zur Antwort bekommt: “who cares“.


   

Rainbowgirls

„Ich würde manchmal gerne meiner Mutter sagen, dass ich mich in eine Frau verliebt habe, doch Homosexualität ist kein Thema bei uns.“ Coming-out – was beschäftigt junge lesbische und bisexuelle Frauen?

Seit vier Jahren berät rainbowgirls.ch junge lesbische und bisexuelle Frauen in allen Fragen, die sie beschäftigen. Höchste Zeit Bilanz zu ziehen, welche Themen für junge Frauen auf der Suche nach ihrer soziosexuellen Identität heute aktuell sind. In den 539 E-Mail-Beratungen, seit dem Aufschalten von rainbowgirls.ch im Jahr 2002 wurden am häufigsten Fragen zum Coming-out gestellt.

Eine Auswertung von 41 Email-Anfragen zu diesem Thema im Jahr 2005 zeigt, dass auch im Jahr der positiven Abstimmung zum PartnerInnenschaftsgesetz junge lesbische und bisexuelle Frauen nicht davon ausgehen können, dass ihre sexuelle Orientierung zuhause akzeptiert wird. Erhalten sie positive Rückmeldungen, dann erst, nachdem sie ohne Unterstützung der Eltern ihr inneres Coming-out bewältigt und den Mut zum Coming-out gefasst haben. Nach wie vor haben die meisten jungen Frauen eine heterosexuelle Sozialisation hinter sich, in der Homosexualität nicht vorkommt. Das Fehlen lesbischer und bisexueller Vorbilder behindern eine unbeschwerte Identitätsfindung. Gleichzeitig zeigt die Korrespondenz der jungen Frauen, die sich an rainbowgirls.ch wenden, dass diese sich beharrlich und kreativ mit ihren Gefühlen und den Reaktionen ihrer Umwelt auseinander setzen.

Der vollständige Bericht kann gegen einen Unkostenbeitrag von Fr. 10.- bei info@rainbowgirls.ch angefordert werden.

Franciska Keller
Projektverantwortliche
www.rainbowgirls.ch - Inofrmation und Beratung für junge lesbische und bisexuelle Frauen


   

      Spendenkonto: Lesbenorganisation Schweiz LOS, Monbijoustrasse 73, 3007 Bern, PC 85-6671-0      Kontakt     © 2011 by LOS
 
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