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20 Jahre LOS

25. September 2009: Lesung mit Mitra Devi
Die Meisterin der Abgründigen

Freitag, 25. September im HAZ-Centro in Zürich: Zwanzig Frauen und ein Mann warten gespannt auf Mitra Devis bösartige Geschichten. Wir werden nicht enttäuscht. Nach einem kurzen Einführungsgespräch mit Angelika Schneider entführt uns Mitra gleich mitten in ihren zweiten Krimi*, wo ein Mann in einem
Gepäckschliessfach erwacht. Eine Kindsentführung ist die nächste Ungeheuerlichkeit.

Gnadenlos rächen sich die Frauen in ihren Kurzkrimis – Mitra hat ein unglaubliches Geschick, uns vom ersten Satz an gefangen zu nehmen. Es genügen ihr wenige Seiten, um eine Story zu entwickeln und die Figuren anschaulich zu schildern – und schon führt sie uns zu einem unerwarteten Ende. Wir ergötzen uns an der Notenfälscherin, die mit der Frau des Polizisten verschwindet, als er sich kurz entfernt. Oder an den zwei alten Damen, die nicht ganz unabsichtlich den neuen Mieter mit Giftbeeren eliminieren.

Zum Schluss liest sie uns ein paar von ihren Galgenliedern, äusserst schräge Gedichte. Wie dasjenige vom Zahnarzt, der ihr am Schluss keine Rechnung für die Krone stellt, da er gar keine mehr anbringen kann, weil kaum mehr Zähne übrig geblieben sind.

Sie hat sicher bei allen Appetit auf noch mehr von ihren aussergewöhnlichen Häppchen geweckt.

* Mitra Devi, Filmriss – Nora Tabanis zweiter Fall, Appenzeller Verlag, CHF 38.


23. August 2009: LOS-Fahrt in den Jura mit den Dykes on Bikes
Lesben auf heissen Öfen

Am 23. August hatten die Dykes on Bikes zum runden Geburtstag der LOS eine Fahrt in den Jura organisiert.

Die Frauen trafen nach und nach auf ihren schweren Maschinen am Treffpunkt auf dem Bözberg ein. Bald war die Luft vom Brummen der Motoren erfüllt, und alle Frauen warteten ungeduldig darauf, auf zwei Rädern den Jura zu erobern. Und dann setzte sich der Töff-Konvoi in Bewegung. Die Landschaft des Jura und das tolle Wetter an diesem Sonntag bedienten jedes Klischee der Postkartenromantik. Während mehrerer Stunden führte uns die Fahrt über Hügel, an Feldern vorbei und durch Dörfer - die Kurven waren anspruchsvoll und liessen die Bikerinnen-Herzen höher schlagen.

"Born to ride" - die LOS auf voller Fahrt in ihr neues Lebensjahr!


15./16. August 2009: Gletscherwanderung auf dem Steingletscher UR
Die Lesben erobern das Hochgebirge

Am 15. und 16. August starteten neunzehn mutige Lesben eine Expedition in Richtung Göscheneralp. Der Aufstieg zur Chelenenhütte versetzte die Bergwelt in Aufregung: Was wollen all diese Frauen auf einem Berg, fragten sich viele der eifrigen Berggänger. Nach einem Aufstieg von dreieinhalb Stunden erwarteten uns als Belohnung eine wunderschöne Aussicht und feine Spaghetti, die mit viel Knoblauch angereichert waren. Dank des Auftriebs des Knoblauchs gelang uns am nächsten Morgen ein super Aufstieg zum Steingletscher. Wo früher noch der Gletscher war, stand plötzlich eine Felswand vor uns. Nachdem wir sie überklettert hatten, benötigten ein paar Frauen zunächst etwas neue Energie, bevor sie die Tour fortsetzen konnten. Weiter ging es an Gletscherspalten vorbei hinauf zur Tierberglihütte. Der anschliessende Abstieg zum Sustenpass war – wie alle Streckenabschnitte auf dieser Tour – happig und steil. Einige Frauen waren davon so müde, dass sie im Postauto der Ohnmacht nahe standen und in einen tiefen Schlaf fielen.


31. Mai 2009: Internationales Tanzturnier: Tanz unter dem Regenbogen
Neun Jahre warteten die Schweizer TurniertänzerInnen, bis sie wieder vor heimischem Publikum an einem Tanzwettbewerb in Latein und Standard teilnehmen konnten.

Dank der Initiantinnen Gaby Bühlmann («Gay-Ball»-Verantwortliche vom «Warmen Mai») und den Turniertänzerinnen Ursula Hegglin und Loredana Conte gelang es, am 31. Mai im Rahmen der Euro-Pride 09 ein Turnier in der DanceHall in Zürich-Oerlikon auf die Beine zu stellen. 32 Paare aus vier verschiedenen Ländern (15 aus der Schweiz!) zeigten ihr Können auf dem Parkett. Im festlichen Ambiente (Gaby sei Dank!) starteten die LateintänzerInnen, wobei schon bald die ersten Medaillen gefeiert wurden. Die JurorInnen, zwei Damen aus England und drei Herren aus Deutschland und der Schweiz, hatten keine leichte Aufgabe, die in Höchstform tanzenden Paare zu bewerten. Am Nachmittag fand der Wettbewerb der Standardtänze statt. Die LOS freut sich besonders über die Medaillen der SchweizerInnen. Wir gratulieren zur Silbermedaille von Maria Burki und Dominique Graf, unserer LOS-Info-Redaktorin!

Die Finals der A-Klasse in Latein und Standard waren das Highlight des abendlichen Gay-Balles. Es ist der Lohn für viele Trainingsstunden, in einem so festlichen Rahmen einen Final zu tanzen und sein ganzes Können zu zeigen.


15. Mai 2009: Podiumsdiskussion Regenbogenfamilien - bewusster Kinderwunsch
Regenbogen-Familie und Adoption sind im Moment das politische Thema, läuft doch zurzeit die Unterschriftensammlung für die Petition «familienchancen»

Eva Kaderli, Moderatorin des Abends, lud am 15. Mai drei Frauen und drei Männer zum Podiumsgespräch ins Zentrum Karl der Grosse in Zürich ein. Alle leben sie mit Kindern als Regenbogenfamilie. Die Diskussion zeigte auf, wie berechtigt die politische Forderung nach dem Adoptionsrecht ist. Mir fiel auf, dass dem Kinderwunsch jeweils intensive Gespräche mit den PartnerInnen und Beteiligten vorausgingen. Es handelte sich nie um eine pure Laune, und alle Kinder waren Wunschkinder. Ich habe mich an diesem Abend gefragt: Wie viele Kinder aus Hetero-Familien werden so bewusst und gewollt in die Welt gesetzt? Und ausserdem, welches Kind hat schon vier Elternteile und acht Grosseltern?

An die 80 interessierte Frauen und Männer haben diese Veranstaltung besucht. Der von der LOS spendierte Apéro war willkommen, und die Nachgespräche angeregt und voller Herzlichkeit.


25. April 2009: Lesbenstadtrundgang Zürich
13.30 Uhr, strahlender Sonnenschein, Universität Zürich, Haupteingang.

Eine der ersten Schweizer Studentinnen überhaupt bekennt sich dazu, lieber mit Frauen zu leben, aber bitte ohne Sex. Nächste Station: Altstadt, beim Barfüsser. Heute stylish mit Sushibar, damals der erste Lesben- und Schwulentreff der Stadt. Es waren Anna Vock und Laura Thoma, die die ersten Treffen im Rahmen des Damenclubs Amicitia für Frauen organisierten. Die Männer durften mitkommen – und übernahmen am Ende.

Nächste Station: Hirschenplatz, Hotel Hirschen. Heim des politischen Kabaretts «Pfeffermühle» während Kriegszeiten. Betrieben vom Lesbenpaar Therese Giese und Erika Mann. Nächste Station: ein Buchladen, etwas weiter das Niederdorf hoch. Geschichten von Annemarie Schwarzenbach. Melodramatisch, wunderschön. Dann Stopp beim Hechtplatz. In dem ehemaligen Café Select – in der Kriegszeit ein Treffpunkt der KünstlerInnen und Intellektuellen, heute eine Pizzeria – verbrachte Giuditta Tommasi, Modell für «Die Schreitende» (Skulptur auf dem Sechseläutenplatz), viele ihrer freien Stunden. Sie war eine der ersten offen lesbisch lebenden Frauen im Zürich der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Das Helmhaus, Schauplatz der ersten Lesbendemo, ist die letzte Station.

Auf dem Stadtrundgang wird klar: Die Geschichte Zürichs wurde von Lesben (mit-)geschrieben, und ohne sie wären wir heute nicht dort, wo wir sind.


18. April 2009: Gala-Abend
Thank you for the music! Thank you, LOS!

Grundrezept für einen Gala-Abend:

Lade über hundertsiebzig Lesben in Feststimmung ein, erfreue dich an der „fancy“ Garderobe, dekoriere einen tristen Saal mit den LOS-Flaggen, stelle mit orangefarbenen Boafedern garnierte Efeusäulen dazu, illuminiere die Treppen mit märchenhaften Teelichtern und Glitzersteinchen, überlasse die Moderation des Abends der vielseitigen und attraktiven Moderatorin Judith Estermann, engagiere La Grande Dame de la Chanson, Clara Moreau, mit ihrem Akkordeon, hol dir die zwei schrägen musikalischen Komödiantinnen Cristl und Ilona aus Hamburg und lasse DJane Rita ans Pult für die Disco. Mische diese Ingredienzien liebevoll zusammen, stelle zwei Beamershows über 15 Jahre LOS, von Brigitte bearbeitet, zusammen, organisiere für die Gaumenfreuden einen Apéro, ein Stehdinner und ein Dessertbuffet und offeriere zu Beginn ein Cüpli. Dann bringe noch einen Schuss Frauenpower dazu und füge das Ganze sorgsam und zart zusammen - und du bekommst einen Fest-Abend, wie er stimmungsvoller nicht sein könnte.

So geschehen am Gala-Abend, den die LOS zu ihrem 20-jährigen Jubiläum organisierte. Es war eine günstige Gelegenheit, um mit der Liebsten wieder mal schick auszugehen, alte Freundschaften neu zu beleben, Freundinnen zu treffen oder noch unbekannte Frauen kennen zu lernen. So wurde der 18. April in Bern zum Lesbentreff vom Feinsten. Das Highlight der Grussbotschaften zum zwanzigsten Geburtstag kam von Ruth Dreifuss: “Ein französisches Sprichwort sagt: Man ist immer zwanzig, wenn man liebt!“

Moël Volken, Geschäftsführer von PINK CROSS,überbrachte uns seine herzlichen Glückwünsche höchstpersönlich.
Als Geschenk zu unserem Jubiläum spendierte PINK CROSS den Prosecco für die Begrüssungscüpli. Ein riesiges Dankeschön dafür! Für einmal war Moël wirklich Hahn im Korb, ein einziger Mann und 170 Lesben!

Die Podiumsdiskussion führte Judith mit: Barbara Brosi, auch
«Lesbe der Nation» genannt und Gründerin der LOS, Nadja Herz, Gründerin und heute noch als Rechtsberaterin in der Fachgruppe Politik dabei, Brigitte Röösli, 10 Jahre bei der LOS, aktiv an allen Fronten, Sylvie Berrut, ehemalige Sekretärin der LOS für die Romandie und Gründerin der Fachgruppe Santé PluriELLE, und Miriam Hochuli, eine Vertreterin der jungen Generation, aktive Mitfrau seit fünf Jahren, die aber lieber im Hintergrund arbeitet.

Diese interessante Gesprächsrunde, mit vielen Fragen und Antworten, barg aufschlussreiches Hintergrundwissen zur Geschichte der LOS.
Die Quintessenz dieser Runde, auch für Judith, sei hier nur kurz erwähnt: Wichtig ist die Sichtbarkeit von Lesben! Die Abstimmung über das Partnerschaftsgesetz hätte ohne die grosse Sichtbarkeit von Lesben und Schwulen in allen Lebensbereichen nie gewonnen werden können. Neuestes Detail: Als Folge des angenommenen Partnerschaftsgesetzes wurde die homosexuelle Lebensweise nun endlich auch dem bekanntlich langsamen Amtsschimmel ein Begriff, was sich jetzt auch in vielen Formularen zeigt.
Sichtbarkeit, das ist es!

Der Showblock nach dem Dinner war der Höhepunkt des Abends. Clara Moreau kam, spielte, sang und siegte! Die starke, dunkle Stimme der zierlichen Person füllte den Saal mühelos ganz ohne Mikrofon. Was Clara ihrem Accordéon entlockte, war ein Spiel mit Emotionen und Tönen, mal melancholisch, mal energisch, mal witzig, mal traurig. Sie sang ihre Texte auf Französisch oder Spanisch, doch auch ohne Sprachkenntnisse liess Claras Interpretation die Lieder verständlich werden. Sie brachte 170 Lesben und einen Mann zum Mitsummen, mal leiser, mal lauter. Sie sang von Frauen, von Liebe oder von Paris, das erwacht , und noch vielem mehr, das Publikum schmolz dahin - und dann riss der Handriemen des Instruments! Clara reagierte locker: „Gott sei Dank, sind wir hier en famille …“ Sofort zückte eine Frau ihr Sackmesser, eine andere hatte einen kleinen Schraubenzieher, und zusammen mit einer Orgelbauerin konnten sie den Schaden innerhalb von ein paar Minuten beheben. In der Zwischenzeit sang Judith höchst professionell und doch zurückhaltend a capella zwei englische Songs. Clara und das Publikum dankten ihr mit spontanem Applaus.

Anita Wymann, Co-Präsidentin der LOS, verabschiedete danach auf ihre eigene verschmitzte Art Brigitte Röösli, die an der GV aus dem Vorstand zurückgetreten war. Anita rüstete Brigitte noch mit guten Tipps aus der kanadischen Touristenzentrale für den Umgang mit „hohen Tieren“ in Kanada aus: „Vor allem musst du Grizzlys und Braunbären unterscheiden können, bei den einen soll man nämlich weglaufen, bei den anderen sich tot stellen“, gab ihr einen orangeroten Rucksack, Ahornsirup und einen Canadian-Slang-Sprachführer mit, so dass bei den Flitterwochen mit der Liebsten in Kanada nun nichts mehr schief gehen kann. Es gab nochmals einen rauschenden Beifall für Brigitte und all ihre Verdienste der letzten Jahre!

Cristl und Ilona, dieses schräge Paar, muss frau einfach gesehen haben. Mit ihrem musikalischen Können (Ilona ist klassisch ausgebildete Schlagzeugerin und Paukistin!), ihrem bayrisch-thüringischen Witz und ihren schnellen Dialogen lassen sie kein Auge trocken. Der Schuhplattler von Christl (sie tanzt Flamenco und ist ausgebildet an afrikanischen Schlaginstrumenten!) ist umwerfend, und wenn die beiden auf dem alten Schreibmaschinendeckel oder dem Hartplastikkoffer ihr Feuerwerk an Trommelkunst loslassen, bleibt einem die Spucke weg.
Ihre Lieder, die Persiflagen, ihre Mimik und die Kostüme sind so schrill, dass viele Frauen sie später nach der Darbietung in Zivil gar nicht erkannt haben. Eine Trouvaille, diese zwei tollen Künstlerinnen!

Die Stimmung war bestens, trotz des langen Sitzens am Stück. Beim Dessert konnte frau dann wieder umherwandern, um sich da und dort zu unterhalten.
Noch ein Wort zum Stehbuffet: Wir wissen, das ist nicht Jederfraus Sache. An den Stehtischchen ist sehr wenig Platz, und frau fragt sich, wie balanciere ich jetzt das Glas Wein und schneide gleichzeitig ein Stück Fleisch, ohne dass ich meine Nachbarin bekleckere. Aber die Frauen waren erfinderisch und besetzten in lockerer Manier die Treppen. Der Pluspunkt von einem Stehdinner ist aber: frau zirkuliert, das fördert die Gespräche, das Sich-Kennen-Lernen und Sich-Treffen mit noch unbekannten Frauen. Da ein «Pardon», dort ein «Ägsgüsi», dort drüben ein «Ach, dich habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen». Und wenn frau dann noch ihre Sandkastenfreundin aus der Kindergartenzeit wieder trifft (tatsächlich so passiert!), dann hat das Stehbuffet doch seinen kommunikativen Effekt erfüllt.

Last but not least gab es noch die Disco mit DJane Rita zum Ausklang des Abends. Rita zeigte ein ausgesprochen gutes Händchen für mehrheitsfähige Musik, und so liessen sich viele Frauen zum Tanzen verführen. Den Abschluss bildete am Sonntagmorgen um 1 Uhr früh eine Polonaise zum Song „Thank you for the music“. Spontan bildeten die Frauen am Ende einen Kreis, um sich Hand in Hand voneinander zu verabschieden und sich für den schönen Abend zu bedanken.

Und so bedanken sich auch die Organisatorinnen bei allen Frauen für diesen zauberhaften Abend und für diese berührende Geste.

Lotty Rietschin


21. März 2009: Wine & Dine am langen Tisch
Wine & Dine – der Lange Tisch, diesmal für die LOS Welche Frau hat sich das nicht schon gewünscht:


Du kommst von der Kälte rein in eine warme Kneipe,innen lauter nette Frauen, Kerzenschein und ein rieeeesenlanger Tisch, liebevoll gedeckt und dekoriert. Aus der Küche riecht es schon lecker nach Rosmarin und Knoblauch, auf einem kleinen Tisch stehen Antipasti und ein Cüpli. Frau wird freundlich illkommen geheissen, und nach einem kleinen aber feinen Apéro versammeln sich alle um diesen rieeesenlangen Tisch, und «Mamma Sabrina» und ihre drei Assistentinnen (Renata, Bettina und Tina) legen mit ihrem 5-Gänge-Menü so richtig los.

Dieser Traum wurde für 30 Frauen am Samstag, 21. März, wahr. Zum 20-jährigen Jubiläum der LOS kochte Sabrina, die in Münchenstein, bei Basel, traditionell zweimal im Monat den «Langen Tisch» organisiert, diesmal für die LOS.

Um allen, die es verpasst haben, den Mund noch ein bisschen wässrig zu machen, voilà das Menü: Gebratener Saibling auf Frühlingssalat mit Polenta; Frühlingssuppe mit Los-Brötchen; Lasagne nach Mammas Art; Rosmarin-Rind an karamellisierten Rüebli mit Ingwer, Fenchel und Kürbis-Risotto. Zum Dessert gab
es Marzipan-Schokotörtchen garniert mit frischer Mango und Kiwi, dazu einen winzigen Schluck Whisky aus einer basellandschafter Brennerei. Ein Kaffee oder Espresso rundete alles ab. Und der Köstlichkeiten nicht genug, gab es zu jedem Gang einen speziellen Wein – und natürlich ganz viel Mineralwasser.

Die junge Schweizer Winzerin Nora, mit spanischen Wurzeln, und ihre Mutter Alejandrina erzählten uns etwas über Herkunft und Herstellungsweise der Weine, die sie in ihrer Weinhandlung vertreiben, und die sie zum Menü passend ausgesucht hatten.

Als Zwischengang gab es pikante «Kulinarische Geschichten», von Anna mit einem Augenzwinkern vorgetragen.

Nach diesen wunderbaren Essen war einem wahrlich nach schweben und tanzen zumute, und Göttin sei Dank, hatten die Organisatorinnen auch daran gedacht. Hits, die vor 20 Jahren schon in die Beine gingen (Suzie Quattro, kennt die heute noch jemand?), und flotte Salsa-Musik, liessen die Frauen nicht kalt. Auch die Mutter der jungen Winzerin, Alejandrina, war da in ihrem Element: Sie stellte sich nämlich als leibhaftige Flamenco-Lehrerin heraus. Angefeuert vom rhythmischen Klatschen ihrer Tochter und der LOS-Frauen kam sie so richtig in Fahrt und hatte genauso ihren Spass wie wir. Alles in allem war es ein wunderschöner, sinnenfroher Abend, etwas für Geniesserinnen!

Angelika Schneider


14. Februar 2009: Führung durch die Geschichte der Lesben im Sozialarchiv
"20 Jahre sind aus historischer Sicht nicht der Rede wert.."

Am 14. Februar besuchten interessierte LOS-Frauen das Sozialarchiv in Zürich. Die Begrenzung der Teilnehmerinnen-
Zahl ermöglichte es leider nicht allen, die an einer Führung Interesse hatten, am Besuch teilzunehmen.

Sara Folloni hielt ein sehr spannendes Referat zur Geschichte der Lesben. Ihre Einstiegsaussage «20 Jahre sind aus historischer Sicht nicht der Rede wert» überraschte die Frauen. Mit dem Bogen, den sie über eine Zeitspanne von 5000 v. Chr. bis heute spannte, zeigte sie auf eindrückliche Weise auf, wie sich die Lage für lesbische Frauen je nach Epoche gestaltete.

Die Direktorin des Sozialarchivs Anita Ulrich stellte uns mit grossem Engagement das Sozialarchiv vor. Manche Schätze brachte sie für ihr Referat aus den Kellern ans Tageslicht, um sie uns zu präsentieren. Ob als Bild oder in Natura – alle Quellen wurden von Anita Ulrich mit viel Fachkompetenz und einer Prise Schalk und Humor vorgestellt.

An der anschliessenden Führung im Archivkeller und Lesesaal konnten sich die Teilnehmerinnen ein Bild über die Fülle der Materialien machen, die im Sozialarchiv lagern.

Den beiden Referentinnen und der Mitorganisatorin Simone Brander sei für den spannenden und anregenden Nachmittag auch an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.

Anita Wymann


31. Januar 2009: Tanztee der FG «Lesben im Alter» mit DJane iNNOX Im Casa Encuentro, Klingentalgrabe
Diesmal hatten die verantwortlichen Frauen, Gioia und Lieve, sich für das Treffen «Lesben im Alter» etwas ganz Spezielles einfallen lassen: Ein Tanztee sollte es sein!

Die Frauen könnten zu heissen Rhythmen das Tanzbein schwingen,
und wenn die Kniescheiben oder der Rücken nicht mehr mitmachen würden, bei Kuchen und Tee oder Kaffee zusammensitzen, um über Göttin und die Welt zu plaudern.

Gesagt getan: Lieve engagierte die DJane iNNOX, schleppte mit Bettina die Musikanlage ins Basler Casa Encuentro und dekorierte die Räume. Das Ambiente zum «Thé dansant», mit den Boa-Federn in Orange, den LOS-Farben natürlich, erinnerte Frau an die 20iger-Jahre. Das Kuchenbüffet, von Gioia und Lotty bestückt, winkte als leckere Stärkung nach dem Tanz.

An diesem Samstag bescherte uns der lange Winter mal wieder Minusgrade, und so waren die etwa zwanzig Frauen, die zu uns fanden, froh der kalten Bise entkommen zu sein. DJane iNNOX heizte gleich mit rassiger Latino-Musik ein: Da wurde einem sofort warm ums Herz, und kalte Füsse und Hände hatten keine Chance…

Es zeigte sich einmal mehr, dass «Lesben im Alter» eine wunderbare, altersmässig gut durchmischte Gruppe ist. Da treffen Frauen von über 70 auf Frauen um die 30 Jahre, Generationenprobleme sind hier ein Fremdwort. Alle Frauen scheinen sich miteinander wohl zu fühlen. Hauptsache: In lockerer Atmosphäre miteinander reden, einander zuhören, sich mitteilen, Verständnis finden. Miteinander etwas zu geniessen und nicht allein zu sein, das ist das Herzstück von «Lesben im Alter».

So endete ein von Natur aus eiskalter Samstagnachmittag mit Feuer im Herzen, zum-Mit-nach-Hause-Nehmen, gratis und franko.
Ein grosses, uff Baseldytsch gsait, «Danggerscheen!» an alle Frauen, die diesen Anlass zu einem Highlight werden liessen: Lieve, Gioia, Renata und DJane iNNOX.

Lotty Rietschin


4. Januar 2009: Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem Apéro in der Frauenbuchhandlung von I
Das LOS-Jubiläumsjahr ist eingeläutet!

Am 4. Januar, pünktlich um halb elf, waren die Jubiläumsfahnen vor der Buchhandlung Irene Candinas platziert, der Raum war wohlig geheizt, Häppchen, Getränke und eine wunderbar heisse Kürbissuppe von unserer Catering-Frau Nina standen auf dem Buffet bereit. Die Berner Lesben kamen zwar nicht in Scharen, wie wir natürlich gehofft hatten, dafür war der Zeitpunkt wohl etwas zu kurz nach Silvester, die eine oder andere kämpfte vielleicht noch mit einem Hang-over. Ausserdem lagen die Temperaturen mehr als unter Null und die Kälte kroch einem in die Knochen, so dass uns allen klar war: Bei dem Wetter kuschelt sich frau lieber unter die Bettdecke! Aber einige LOS-Frauen sind doch gekommen, das hat uns sehr gefreut, und mit ihnen haben wir auf ein tolles und erfolgreiches Jubiläumsjahr angestossen!

Für alle, die den Kick-off verpasst haben: Es geht weiter! Bitte beachtet unser Jubiläumsprogramm – und macht auch viel Werbung in eurem Freundinnenkreis. Wir freuen uns, mit euch die Gläser klingen zu lassen und die 20 Jahre der LOS zu feiern.

Lotty Rietschin


 


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