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Nationale Tagung Regenbogenfamilien in Bern war ein Erfolg

Nationale Tagung Regenbogenfamilien in Bern war ein Erfolg

Am 9. April ging im Kornhausforum in Bern die Nationale Tagung Regenbogenfamilien über die Bühne. In einem bunten Programm aus Podiumsdiskussionen,wissenschaftlichen Vorträgen und einer Ausstellung wurde die aktuelle Situation von Regenbogenfamilien in der Schweiz beleuchtet. Die zentrale Forderung des Dachverbandes ist die Gleichstellung im Adoptionsrecht. Anwesende Politikerinnen und Politiker rechnen mit der Aufhebung des Adoptionsverbots für eingetragene Partnerschaften frühestens im Jahr 2016.

Über 200 Leute, fanden am Samstag den Weg in den Kornhausforum in Bern, der bis auf den letzten Platz gefüllt war. „Wir sind überrascht und freuen uns über das grosse Interesse, das uns und unseren Anliegen entgegengebracht wird“, sagte Maria von Känel Scheibling, Vize-Präsidentin des Dachverbandes Regenbogenfamilien. Wissenschaftlerinnen aus Psychologie, Soziologie, Rechtswissenschaft und Sozialpsychologie hielten Referate über den aktuellen Forschungsstand zu Regenbogenfamilien. Dieser Begriff bezeichnet Familien, in denen mindestens ein Elternteil lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender ist.

Die Psychologin Dr. Lisa Green aus Konstanz etwa stellte Untersuchungen zu „geplanten lesbischen Familien“ vor. Sie kommen alle zum Schluss, dass lesbische Mütter nicht bessere oder schlechtere Mütter sind als männerliebende Frauen. Ebenfalls belegen neueste Forschungen, dass Kinder aus Regenbogenfamilien nicht mehr gehänselt werden als andere und auch nicht vermehrt homosexuell werden. Es gehe ihnen gleich gut wie Kindern, die in heterosexuellen Beziehungen auswachsen. „Nicht die sexuelle Orientierung der Eltern ist wichtig, sondern das Klima, in dem die Kinder aufwachsen“, sagte Herrmann-Green. Deshalb gebe es keinen Grund, lesbischen Frauen den Zugang zu Reproduktionstechnologien und Adoption gesetzlich zu verbieten, wie das heute in der Schweiz der Fall ist.

Dass die Qualität der Beziehungen zu Betreuungspersonen ausschlaggebend ist für die gelingende Entwicklung eines Kindes, hielt auch Dr. Heidi Simoni, Leiterin des renommierten Marie Meierhofer Instituts für das Kind in Zürich, in ihrem entwicklungspsychologischen Rundgang fest. „Gute Eltern sein hat weder mit dem Geschlecht noch mit der Geschlechter-Ordnung etwas zu tun“, sagte sie und stellte die Frage, ob die Konstitution der heterosexuellen Kernfamilien am Ende nicht ein Mythos sei. Ein Höhepunkt der Tagung war das Podiumsgespräch mit drei jungen Erwachsenen, die in Regenbogenfamilien aufgewachsen sind. Sie erzählten, wie sie aufgewachsen sind, welche Erfahrungen sie als Regenbogenkinder gemacht haben und berichteten durchwegs positiv. Ihre offenen und spontanen Voten gingen ans Herz. Den schwulen Vätern gab der Sozialpädagoge Christian Gertsch ein Gesicht. Er sprach in seinem Vortrag von einer grossen Dunkelziffer homosexueller Väter und plädierte für mehr Sichtbarkeit: „Wir müssen uns zeigen, dann kommen auch die Gesetze“.

Sich zu zeigen und Parlamentarier direkt im Gespräch mit den Anliegen von Regenbogenfamilien zu konfrontieren, nannten auch die Politikerinnen und Politiker in der Podiumsdiskussion die vielversprechendste politische Strategie. „Sie müssen sich zeigen, weil die Kinder sonst nicht existieren“, sagte Katharina Prelicz-Huber (GP). Derzeit sind zwei Motionen im Nationalrat hängig. Die eine, eingereicht von Prelicz-Huber, fordert die Aufhebung des Adoptionsverbots für eingetragene Partnerschaften. Bei der anderen geht es um das Recht zur Stiefkind-Adoption für eingetragene Partnerschaften und wurde von Mario Fehr (SP) eingereicht. Die Politiker rechnen mit einer Aufhebung der Verbote frühestens im Jahr 2016. Am 7. Mai will der Dachverband mit einem Aktionstag auf dem Bundesplatz ein Zeichen setzen.

Hintergrund
In der Schweiz wachsen gemäss verschiedener wissenschaftlichen Schätzungen zwischen 6'000 und 30'000 Kinder in Regenbogenfamilien auf. Mit dem Begriff Regenbogenfamilien werden Familien bezeichnet, in denen mindestens ein Elternteil lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender ist. Die Kinder können aus früheren heterosexuellen Beziehungen stammen, in homosexuelle Beziehungen hineingeboren, unter besonderen Umständen adoptiert oder als Pflegekinder aufgenommen worden sein. Nicht die biologische Verwandtschaft wird der Definition einer Regenbogenfamilie zu Grunde gelegt, sondern die soziale Bindung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Für weitere Fragen:
Maria von Känel Scheibling, Vizepräsidentin Dachverband Regenbogenfamilien
, 079 611 06 71

Der Dachverband Regenbogenfamilien setzt sich auf nationaler Ebene für die Anliegen und Interessen von Regenbogenfamilien ein und ist Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema. Gesellschaftliche Anerkennung alternativer Familienformen, ein Ende der diskriminierenden Verhältnisse und die Gleichstellung in Bezug auf Elternrechte sind seine zentralen Forderungen.

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