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Medienmitteilung Schutz vor Diskriminierung: Handeln tut Not

Medienmitteilung Schutz vor Diskriminierung: Handeln tut Not

Gegen Rassendiskriminierung gibt es in der Schweiz eine Strafnorm. Aber sonst? Homosexuelle können nicht gegen Diskriminierung klagen. Ein allgemeines Gesetz gegen Diskriminierungen von Minderheiten kennt die Schweiz nicht. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

Die eidgenössische Kommission gegen Rassismus fordert, untermauert von einer Studie, einen besseren Schutz von ImmigrantInnen vor Diskriminierung. Dies ge-nügt, nicht, finden LOS und Pink Cross, die nationalen Dachverbände der lesbischen Frauen und der schwulen Männer in der Schweiz. Was es braucht ist ein umfassendes Diskriminierungsgesetz, das Schutz vor Diskriminierungen aller Art bietet.

Manchmal ist die Diskriminierung von Lesben und Schwulen ganz diskret: Am Mit-tagstisch fragt jemand in der Runde, ob denn die nicht anwesende Kollegin nicht verheiratet sei und ob sie denn keinen Freund habe. Die Art, wie die Frage gestellt wird lässt erkennen: Also so eine Person ist an so einer wichtigen Funktion, geht denn das? Oder, viel prominenter, Guido Westerwelle. Will man Medienberichten glauben, dann spricht öffentlich natürlich niemand darüber, aber hinter vorgehaltener Hand gilt die Homosexualität des deutschen Aussenministers als Problem. Begleitet ihn dessen Freund auf Auslandreisen, werden sofort geschäftliche Interessen dahinter vermutet. Begleitet die Frau eines Ministers sonst ihren Mann bei Auslandreisen, so ortet niemand ein Problem.

Mit viel Engagement kämpfen Frauen seit Jahren für ihre Rechte. Wollen Lesben und Schwule gegen Diskriminierung vorgehen, wird das sicher kein Sonntagsspaziergang. Aber, wie das Beispiel der Frauenbewegung zeigt, es lohnt sich. Ein umfassendes Antidiskriminierungs-Gesetz könnte eine wichtige Etappe sein. Wenn Arbeitgeber damit rechnen müssen, zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie Schwule nicht einstellen oder in ihrer Laufbahn behindern, setzt das Zeichen. Wenn „schwule Sau“ nicht mehr so einfach als Schimpfwort durchgeht, ist das ein wichtiger Schritt bei der Überlegung, wie die Gesellschaft mit Minderheiten umgeht.

Gerade in der Schweiz, müsste der Schutz vor Diskriminierung eigentlich auf offene Ohren stossen: Seit je her war die Schweiz gezwungen, zwischen den Sprachgruppen einen Ausgleich zu suchen, der für alle akzeptierbar war und ist. Genauso müsste dies für andere Bereiche gelten. Behinderte haben es beispielsweise auch erreicht, dass alle öffentlichen Gebäude behindertengerecht gebaut oder gar für viel Geld umgebaut werden müssen. Warum soll denn eine lesben- und schwulengerechte Gesellschaft nicht möglich sein?

Kontakt:
Eveline Mugier, Geschäftsführerin LOS 078 901 64 54

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