[ Psychologische Beratung und Gestalttherapie ]

PRESSEMITTEILUNG von LOS, Pink Cross und Fels

Der Vatikan ruft katholische Politiker und Politikerinnen dazu auf, Schwule und Lesben aktiv zu diskriminieren und ihnen verfassungsrechtlich garantierte Rechte zu verweigern

Mit Empörung haben die nationalen Organisationen FELS (Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen), LOS (Lesbenorganisation Schweiz) und Pink Cross (Schwulenorganisation Schweiz) die Stellungnahme der Kongregation für die Glaubenslehre des Vatikans zur rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen zur Kenntnis genommen. Die darin enthaltenen Aussagen verunglimpfen und beleidigen gleichgeschlechtlich ausgerichtete Menschen und ihre Beziehungen zueinander in einer menschenverachtenden Weise. Wir weisen die ungeheure Behauptung, eine Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften schade dem Allgemeinwohl, entschieden zurück. In seiner Stellungnahme verlangt der Vatikan überdies von Politikerinnen und Politikern, die rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlicher Lebensformen aktiv zu bekämpfen. Wir leben nicht in einem Kirchenstaat, sondern in einem Rechtsstaat. Die schweizerische Bundesverfassung hält ausdrücklich fest: Es darf niemand wegen seiner Lebensform diskriminiert werden. Dass der Vatikan unsere katholischen Politikerinnen und Politiker und die Gläubigen dazu auffordert, die Verfassung zu missachten und Lesben und Schwule zu diskriminieren, ist nicht akzeptierbar.
Ausserdem gefährdet diese Stellungnahme den fruchtbaren Dialog, welcher in letzter Zeit in der Schweiz zwischen verschiedenen Organisationen der katholischen Kirche und den Interessengemeinschaften von Schwulen und Lesben entstanden ist. Die nationalen Organisationen appellieren an die Politik, sich im Zusammenhang mit der Frage Schaffung der notwendigen gesetzlichen Grundlagen für die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften von Recht und Gesetz in der Schweiz und der eigenen Vernunft leiten zu lassen.



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