Gesellschaft >> Lesben und Kinder >> Adoption und Künstliche Befruchtung
Pressemitteilung vom 3. Juni 2009
| Für die Gleichstellung eingetragener Paare und ihrer Kinder
Petition "Gleiche Chancen für alle Familien" |
Eingetragene Paare sollen künftig gleich adoptieren können wie Ehepaare. Ein neugegründetes Komitee Familienchancen lanciert deshalb die Petition "Gleiche Chancen für alle Familien". Adressat sind der Bundesrat und die Bundesversammlung.
Lesben und Schwule können in der Schweiz adoptieren.
Allerdings nur, wenn sie ledig sind. Wer in eingetragener Partnerschaft lebt, kann das nicht mehr. Dieses Verbot nützt niemandem etwas und schützt auch niemanden. Für Kinder kann dieses Verbot im Einzelfall auch schwere Nachteile bringen.
Zum Beispiel: Eine Frau möchte das leibliche Kind ihrer Partnerin adoptieren, weil der Vater nicht mehr greifbar ist. Das geht nicht. Stirbt dann später die Mutter einmal vor ihrer Partnerin, ist das Kind erbrechtlich erheblich im Nachteil. Von der Stiefmutter hat es nichts zu Gute.
Zum Beispiel: Ein schwuler Mann wurde als Pate ausgewählt, damit er sich im «schlimmsten Fall» um das Kind kümmern könnte. Tritt dieser schlimmste Fall tatsächlich ein, ist eine Adoption möglich, aber nur wenn der Pate noch ledig ist.
Die Petition fordert
• die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare mit Ehepaaren in Bezug auf Elternrechte und Adoption;
• die rechtliche Gleichstellung von Kindern, die in eingetragenen Partnerschaften aufwachsen, mit Kindern, die in Ehegemeinschaften aufwachsen;
• eine Ausgestaltung des Adoptionsrechtes, welche auf Interesse und Wohl des Kindes abstellt, und nicht auf den Zivilstand und die sexuelle Orientierung der adoptionswilligen Personen und Paare.
Analog der Petition "Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare", welche schliesslich zum Partnerschaftsgesetz geführt hat, verzichtet die Petition "Gleiche Chancen für alle Familien" darauf, konkrete Gesetzesänderungen zu formulieren. Das Komitee will die Diskussion in der Bevölkerung und im Parlament voranbringen mit dem Ziel einer mehrheitsfähigen, gerechten und kindsgerechten gesetzlichen Neuregelung.
Am Anfang steht ein Hetero
Am Anfang der Petition steht eine Facebookgruppe beziehungsweise ihr Initiator Adrian Mangold, hetero und Kandidat Mister Nordwestschweiz. Inzwischen hat sich ein Komitee aus hetero- und homosexuellen Frauen und Männern gebildet, welches die Verantwortung für die Petition trägt.
Inhaltlich ist die Petition mit der Schweizerischen Schwulenorganisation PINK CROSS und der Lesbenorganisation Schweiz LOS abgestimmt, welche Komitee und Petition unterstützen und im Komitee ebenfalls vertreten sind.
Die zeitliche Nähe der Lancierung zur EuroPride09, ist nicht zufällig. Die Feiern für 40 Jahre neue les-bi-schwule Bewegung stehen nicht nur für das Erreichte, sondern auch dafür, dass Fortschritte ohne Anstrengungen nicht zu erreichen sind. Die Bewegung bewegt weiter.
Kontakt
Moël Volken, Komitee Familienchancen
079 480 60 58 moel.volken@familienchancen.ch
für die LOS: Marianne Strebel 077 440 96 52
Die Pressedokumentation und die Petition kann heruntergeladen werden.
http://www.familienchancen.ch

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